Religion wird in der Goethe-Schule als evangelische und katholische Religion unterrichtet. Die Schüler/innen können einen dreistündigen Grundkurs oder einen fünfstündigen Leistungskurs wählen.

In Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Standpunkten können sie in diesem Unterricht religiöse Kompetenz gewinnen und eigene Konzepte der Lebensführung entwickeln.

Zwei typische Standpunkte in unserer Gesellschaft:

 Wunsch nach Nächstenliebe

Ich bin nicht religiös und glaube, dass die Menschen sich nur selbst befreien können. Für mich ist die Auferstehungsgeschichte Ausdruck für den starken und visionären Wunsch nach Gerechtigkeit, Frieden und Nächstenliebe, der weiterlebt, auch wenn Jesus - eine seiner Symbolfiguren - getötet wurde.

Sabine Leidig, 41, Geschäftsführerin von Attac Deutschland

 Ein Geschenk Gottes

Die Auferstehung von Jesus Christus ist genau wie unser Leben ein Geschenk Gottes. Dieses Geschenk Gottes sollten wir alle schützen und ehren. Was mit uns Menschen nach dem Leben geschehen soll, weiß nur Gott. Sollte es einmal zu Ende sein, so bin ich mir aber sicher, dass es ein anderes Leben geben wird.

Collin Benjamin, 24, Mittelfeldspieler beim Fußballclub Hamburger Sportverein (HSV)

(zit. n. Religionsbuch Oberstufe. Berlin 2006, S. 211.)  


Solche gegensätzlichen Standpunkte fordern einen Unterricht, der Einsichten in die biblisch-christliche Tradition und in die Praxis des Glaubens ermöglicht. Diese werden auf die gegenwärtigen pluralen Lebensverhältnisse und Herausforderungen hin ausgelegt und dabei dem offenen Diskurs ausgesetzt. So können sich die Schüler/innen im gesellschaftlichen Miteinander persönlich orientieren.

Der Lehrplan für beide Fächer kann eingesehen werden (Homepage des Kultusministeriums); beachtenswert ist, dass er in jedem Unterrichtshalbjahr ein evangelisch-katholisches Projekt empfiehlt, das sich mit exegetischen und theologischen Grundsatzfragen, mit der Kirchengeschichte, der Ökumene vor Ort, der weltweiten Ökumene und dem Dialog der Weltreligionen befasst.

Kurse beider Fächer gestalten abwechselnd die jährlich stattfindenden ökumenischen Weihnachts- und Abiturgottesdienste. Die Abiturgottesdienste finden unter großer Beteiligung von Eltern, Verwandten und Freunden im Dom statt, und zwar direkt vor der offiziellen Verabschiedung der Abiturienten in der Schule. Damit gehen vom Religionsunterricht wichtige Impulse zur Gestaltung der Schulkultur aus.